Das St.Galler Tagblatt berichtet über den Besitzerwechsel der Töpferschiibe am Gallusplatz:

 

Eine heimelige Atmosphäre herrscht im Raum am Gallusplatz. In der neu gestalteten und renovierten Töpferschiibe sind Keramikarbeiten, Naturkosmetika und Kerzen, sowie Dekorations- und Einrichtungselemente ausgestellt. «Um sich hinzusetzen ist aber leider zu wenig Platz, den brauchen wir für die Ware», sagt Beatrice Niedermann.

Zusammen mit ihrem Mann Stephan Schärer hat sie vor kurzem die Töpferschiibe von der ehemaligen Besitzerin Elsbeth Messmer übernommen. «So einen Laden zu führen, darf man sich nicht wie eine Träumerei vorstellen», sagt Beatrice Niedermann. Obwohl es für das Paar genau das ist: Die Verwirklichung eines Traums. Gerade deshalb sei die Übernahme des Ladens keinesfalls ein Entscheid aus dem Bauch heraus gewesen, sondern wohl überlegt und geplant. Das Risiko sei den beiden von Anfang an klar gewesen. «Geklappt hat das nur, weil wir wahre Angefressene sind», sagt Beatrice Niedermann. Ob Töpferwaren, Kunstwerke oder Christbaumschmuck vergangener Jahrzehnte: Solange es zum Geschmack des Paares passt, findet sich im Laden immer ein Platz dafür.

Lokal verankert zu bleiben sei ihnen aber ebenfalls ein grosses Anliegen. So ist ihre neueste stolze Errungenschaft Seife in Form der St. Galler Kathedrale. Sie entstand in Kooperation mit Vasco Hebel vom Seifenmuseum und dem Sitterwerk. Die Entwicklung der Seife sei zwar mit einigen Hürden verbunden gewesen, sie sei nun aber erhältlich.

Vom Kreisgericht auf den Flohmarkt

«Das ist unsere Leidenschaft und viel mehr als ein Hobby für uns», sagt Stephan Schärer. Dafür seien sie auch bereit, an anderen Ecken Abstriche zu machen. «Technik zum Beispiel ist für uns nur ein nützliches Werkzeug.» Es müsse nicht immer das beste Handy- oder Automodell sein.

Kennengelernt haben sich die beiden überraschenderweise nicht auf einem Flohmarkt, sondern im Kreisgericht, ihrem ehemaligen Arbeitsplatz. «Zu dieser Zeit hatte ich eigentlich genug von Flohmärkten und dem ganzen Kram. Aber als Stephan mir sagte, er sei noch nie auf einem Flohmarkt gewesen, war es dann doch um uns geschehen.» Auf Antik- und Flohmärkten in Frankreich, Holland oder England bauten sie sich über die Jahre ein Kontaktnetz auf. Was sie von solchen Reisen mitbringen, landet im Laden. «Damit man auch wirklich das bekommt, wonach man sucht, braucht man die richtigen Händler», sagt Stephan Schärer. Bei ihnen seien das vor allem französische Antiquitäten, aber eigentlich «queerbeet alles». «Unser Sortiment verändert sich ständig, immer nach unserem Geschmack.»

Katharina Schatton